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Bäume

In Baden lacht die Sonne auch für Zypressen: Taxodium distichum im Queen-Auguste-Victoria-Park.

Das sanfte Grün der Zypressen: Die Sumpfzypresse Taxodium distichum. (Bild: Taxodium-Fotolia_43798406)

Auch unsere Bäume sind Asylanten und wandernde Klima-Flüchtlinge. Sie kennen keine Grenzen von Menschen und wandern seit der Schöpfung durch unsere gemeinsame Welt. Die Eiszeit liegt viele Millionen Jahre hinter uns. Die durch das Eis verdrängten Bäume kommen erst allmählich wieder nach Europa zurück.

Die ursprüngliche Vielfalt der Baumarten ist in Mitteleuropa (mit leider nur noch rund 50 Baumarten) nicht mehr vorhanden. Sie besteht aber noch (mit über 1500 Baumarten) in Ostasien und in Nordamerika, wo die Gebirge von Süden nach Norden verlaufen. Dort hatten die Bäume während der Eiszeit somit einen Fluchtweg in die wärmeren Vegetationszonen im Süden und konnten nach der Eiszeit wieder in den Norden einwandern. Durch den „Nord-Süd-Trift“ der Landmassen hat Amerika noch immer eine viel größere Artenvielfalt an Bäumen, als Mitteleuropa. In Europa bildeten der Ost-West-Verlauf der Gebirge und die Alpen eine fast vollständige Barriere für eine Baumflucht in den Süden. Der über Millionen Jahre andauernde Norddrift der Landmassen verdünnte die Vielfalt und später bedeckte das Eises den Baumbestand und machte ihn zu Braunkohle. Die Bäume konnten sich nicht über die Alpen in den Süden zurück ziehen. Deswegen hat Mitteleuropa mit nur noch rund heimischen 50 Baumarten keine Artvielfalt mehr, sondern die größte Artenarmut. Damit die schönsten Bäume der Schöpfung sich auch wieder in Mitteleuropa ansiedeln konnten, brauchten sie menschliche Helfer und Wiedereinbürgerungen. Menschen mussten - als Freunde der Bäume - der Vielfalt der Natur Asyl gewährten. Nach der Eiszeit wanderten wieder Menschen ein und brachten die ersten Bäume, doch die frühere Artenvielfalt wurde nie mehr erreicht.

Der Klimawandel macht jetzt einigen alteingesessenen Baumarten bei uns zu schaffen und die Dentrologie öffnet sich endlich für die Ansiedlung neuer Artenvielfalt. Im Queen-Auguste-Victoria-Park und im benachbarten Hohenzollern-Park wurde schon vor über siebzig Jahren erfolgreich die Sumpfzypresse mit dem botanischen Namen „Taxodium distichum“ wieder eingebürgert. Diese Baumart liebt die Wärme und eignet sich vorzüglich für die wasserreichen ehemalige Auen-Landschaften am Oberrhein. Die alten Exemplare haben inzwischen imposante Gestalten angenommen und markante Pneumatophoren gebildet. Inzwischen wurden weitere Kinder dieser Baumriesen im Park ausgepflanzt.

Als Parkbaum wurde die Sumpfzypresse in Deutschland schon von Peter Joseph Lenné, dem preußischer Gartenkünstler und General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten, bevorzugt, Lenné beeinflusste ein halbes Jahrhundert lang die Gartenkunst Preußens. Die alte Exemplare in Brandenburg und am Schweriner See beweisen, dass die Sumpfzypresse unser Klima sehr gut verträgt.

Wir stellen das auch in unserem Park heimische Baumwunder in diesem Artikel vor. 

Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum)

Die Echte Sumpfzypresse aus den zwei Arten der Gattung der Sumpfzypressen wird bei uns auch Sumpfeibe genannt. Diese Baumart gehört in die Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae).

Die Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) ist ein sommergrüner Baum mit einer wunderbaren Herbstfärbung und einer kegelförmigen Baumkrone. Sie erreicht Höhen von bis 40 Meter und einen Stammumfang bis zu 5 Meter. Sie ist winterhart, liebt warme Sommer, erträgt >Überschwemmungen und Trockenheit, wächst langsam und kann über tausend Jahre alt werden. Im Herbst wirft die Sumpfzypresse ihre Nadelblätter und ihre kleinen Zweiglein ab. Ihre Borke ist braun-rötlich und fasrig. Der Austrieb erfolgt in leuchtend-hellgrünen Nadelblättern an Langtrieben. Im Herbst verzaubert die Sumpfzypresse mit ihrer wunderschönen Färbung in orange bis dunkelbraun.

Die Sumpfzypresse: Der Baum-Asylant ist seit Ewigkeit mit dem Welt-Klima auf Reise.

Die Sumpfzypresse Taxodium distichum hat heute ihre Heimat im südlichen Nordamerika, in Mexiko und in Guatemala. In den Vereinigten Staaten findet man sie von Delaware bis Texas und entlang des Mississippi River bis in den Bundesstaat Missouri. Große Areale haben die Sumpfzypressen in den Sümpfen des Mississippi-Deltas und in den Everglades, dem Marschland im Süden des US-Bundesstaates Florida.

Vor 50 Millionen Jahre war die Sumpfzypresse heimisch im Ruhrgebiet.

Im Tertiär der geologischen Erdneuzeit war die Baumart „Taxodium distichum“ vor der Eiszeit bereits vor rund 50 Millionen Jahren auch in Europa beheimatet. Sie bildete u.a. das Braunkohlevorkommen im niederrheinischen Braunkohlerevier. Heute ist die schöne Sumpfzypresse bei uns leider selten. Sie ist fast nur noch in Parks zu sehen. Sie liebt als Standort die Ufer von Gewässern und die Auenlandschaften von Flüssen und kann auch in stehendem Wasser überleben. An wasserreichen Standorten bildet der Baum markante, bis zu 50 cm hohe Atemknies, sogenannte Pneumatophoren. Sie haben die gleichen Funktionen wie die Brettwurzeln tropischer Bäume und dienen dem Gasaustausch und der Durchlüftung der im Wasser stehenden Baumwurzeln.

 

  (Queen-Auguste-Victoria-Park, Artikel-Nr. 764)

Angelegt am 22.03.2017 13:28.

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Die markante Pneumatophoren (Atemknies) der Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  

Die markante Pneumatophoren (Atemknies) der Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  

Die markante Pneumatophoren (Atemknies) der Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  

Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: A. Schmidt)  

Die markante Pneumatophoren (Atemknies) der Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: A. Schmidt)  

Die markante Pneumatophoren (Atemknies) der Sumpfzypresse Taxodium distichum im Schlosspark Umkirch. (Bild: A. Schmidt)  
 

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