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Auszeichnungen

Auszeichnungen: Europäischer Kulturpreis für Parkschöpfer Werner Semmler.

Europäische Kulturpreisverleihung bei Bundespräsident Johannes Rau am 10.5.2002 im Schloss Bellevue in Berlin (Bild: fulwellpark.de)

Am 10. Mai 2002 erhielt Parkschöpfer Werner Semmler im Bundespräsidialamt im Schloss Bellevue in Berlin in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau für sein Parkwerk den Europäischen Gartenkultur-Schöpfungspreis. Die Laudatio auf die ausgezeichneten Landschaftsparks hielt der Kultur-Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Dr. Julian Nida-Rümelin und Stiftungspräsident Dr. Seidel. Anwesend waren auch Dr. Wolfgang Schäuble und zahlreiche Minister und ausländische Botschafter. Im Anschluss an die Europäische Kulturpreisverleihung gab der Bundespräsident ein Empfang für die Preisträger und die Gäste. Die Tagesschau des Ersten Deutschen Fernsehens berichte am 10. und am 11. Mai 2002 über die Verleihungszeremonie. 













 


Laudatio

bei Bundespräsident Johannes Rau am 10.5.2002
im Schloss Bellevue in Berlin

an Preisträger Werner Semmler, Fulwell-Park,
Umkirch bei Freiburg


Verehrte Damen und Herren,

Muss man erst gestorben sein, um mit großen Werken berühmt und anerkannt zu werden?

Und warum ist das wohl so?

Wir ehrten soeben den Fürst-Pückler-Park als eine Parkanlage von Weltruf, die Symbol für die deutsch-polnische Freundschaft wurde und als Weltkulturgut die Erinnerung an den großen Schöpfer bewahrt. Als Pückler seine Landschaftsparks schuf erntete er (wie fast alle Künstler) viel Kritik und wenig Begeisterung. Nun, 131 Jahre nach seinem Tod, schicken wir uns an, seine Werke zu verstehen und vorbehaltlos anzuerkennen.

Wir wollen aber nicht nur in der Vergangenheit geschaffene und heute überwiegend vom Staat mit Steuergeldern erhaltene Kunst und Kultur anerkennen, sondern insbesondere private Initiative, staatsbürgerliches Engagement und Kunst und Kultur der Gegenwart.

Würden Sie, meine Damen und Herren, es Pückler nachmachen und Ihr Geld in ein unrentables Parkwerk investieren?
Würden Sie der Natur ein Denkmal bauen und sich dafür auch noch anfeinden lassen?

Doch es gibt - als Park-Schöpfer - einen "Pückler" unserer Tage.

Er sagte mir in einem Gespräch:

"Bis die von mir gepflanzten Naturgeschöpfe in meinem Park groß sind und ihre Schönheit zeigen, werde ich nicht mehr leben. Ich bin darauf angewiesen, davon zu träumen.
Aber wenn das Gesetz gültig bleiben soll, wonach - nicht nur bei Schiller - Ros und Lilien immer wieder blühn, dann müssen wir auch etwas für die Zukunft tun."

Werner Semmler bewahrten den von Königin Auguste Viktoria von Portugal, Prinzessin von Hohenzollern, begründeten Fulwell-Park in Umkirch bei Freiburg, der zu einem Hausgarten von einem Hektar verkümmert war, vor dem endgültigen Untergang. Er ersteigerte den verwahrlosten ehemaligen Landsitz, kaufte die abgetrennten Parkteile wieder mühsam zurück und errichtete in einer reizvollen Kulturlandschaft am Oberrhein - ausschließlich mit eigenen Mitteln - ein beeindruckendes, rund zehn Hektar großes Gartenkulturwerk. Mit Beratung des langjährigen Betreuers und Bewahrers der Parkwerke Pücklers in schwieriger Zeit und großen Mannes der deutschen Gartenkunst, des Cottbusser Ehrenbürgers, Garten- und Landschaftsarchitekten und Pückler-Publizisten Helmut Rippl (den ich unter uns begrüßen darf) wurde es ein bezauberndes Pückler'sches Juniorwerk. Es gelang Werner Semmler in seinem Landschaftspark, nach dem Vorbild Pücklers, Kaiserstuhl und Hochschwarzwald im Parkbild zu focussieren.

Das Ergebnis ist eine große Kulturtat, die den Europäischen Gartenkultur-Schöpfungspreis verdient.

Ich darf Herrn Semmler zu mir bitten und die Urkunde verlesen:

 


Verleihungsurkunde

an

Werner Semmler
und sein Gartenkulturwerk Fulwell-Park Umkirch

Wir würdigen damit die Verdienste von Werner Semmler als seltener Parkschöpfer, Kulturstifter und "Pückler der Gegenwart" für die Errichtung des Gartenkulturwerkes Fulwell-Park in Umkirch bei Freiburg und sein unermüdliches, sachkundiges Wirken bei der Restaurierung anderer Parkwerke.

Berlin, den 10. Mai 2002


Der Präsident

 

 


Dankwort von Werner Semmler
zur Verleihung des Europäischen
Gartenkultur-Schöpfungspreises

 

Herren Präsidenten, Minister, Exzellenzen,
verehrte Damen und Herren,

 

ich danke für die Ehrung.

 

Ich habe mich bemüht, doch das Werk ist noch längst nicht vollendet. Bis die Naturgeschöpfe groß sind und ihre volle Schönheit entfachen, werde ich nicht mehr leben. Ich bin darauf angewiesen, davon zu träumen. Wir alle müssen (auch) für die Zukunft sorgen.

Im Grunde meines Herzens bin ich Gärtner und das aktive,
kraftspendende

Lustprinzip der Natur

ermunterte mich, mehr als alles andere, zum Leben. Und so erlernte ich die Sprache der Bäume. Von den ursprünglich 1500 Baumarten unserer Welt gibt es heute nur noch ca. 50 in Mitteleuropa. Die Natur kennt keine Grenzen von Menschen. Ich bemühe mich um Artenvielfalt und Wiedereinbürgerungen.

Bäume zähle ich zu den Urmetaphern für Ewigkeit. Und ich wollte gerne ewig leben, denn meine neugierige Reise in's Leben hat doch gerade erst begonnen und soll schon bald zu Ende sein?

Die Natur mit ihren Bäume und Blumen bewahrte in mir den Glauben an einen Sinn der Freiheit und des Menschen in der Welt. Die unbändige Kraft des Sprossens und die atemberaubende Schönheit des Blühens geben mir Zuversicht und bewahren uns hoffentlich - bei zunehmender Verengung - vor katastrophalen Auswüchsen von Bestialität und dem Ruf der in den Löchern sitzenden Spießern nach "ihren" fanatischen Ordnungen.

In der Natur gibt es, wie bei den Menschen,
Positionskämpfe und Reibungen.
Aber Reibung erzeugt Wärme - und Wärme ist Leben.

Im Vertrauen auf das Gesetz, wonach (nicht nur bei Schiller, sondern auch bei uns) die Ros und Lilien immer wieder blühn, hoffe ich, dass wir alle noch möglichst lange frei und hier bleiben dürfen.

Ich meine natürlich nicht nur hier bei Ihnen im Schloss Bellevue, Herr Bundespräsident, sondern auch im Leben.

 

Autor:   Chefredakteur (Queen-Auguste-Victoria-Park, Artikel-Nr. 94)

Angelegt am 09.09.2009 09:43.

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Bundespräsidialamt Schloss Bellevue Berlin (Bild: fulwellpark.de)  

Bundespräsidialamt Schloss Bellevue Berlin (Bild: fulwellpark.de)  

Europäische Kulturpreisverleihung am 10.5.2002 im Bundespräsidialamt in Berlin (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  

Bundespräsident Johannes Rau beim Empfang zur Europäischen Kulturpreisverleihung am 10.5.2002 in Berlin (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  

Europäische Kulturpreisverleihung am 10. Mai 2002 in Berlin: Stiftungspräsident Dr. Seidel bei der Laudatio auf Kulturpreisträger Werner Semmler im Bundespräsidialamt im Schloss Bellevue. (Bild: Queen-Auguste-Victoria-Park)  
 
 


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